Hochleistungspferde müssen besonders belastbar sein um gesund und fit zu bleiben – und das möglichst rund ums Jahr. Das betrifft nicht nur den Bewegungsapparat, also Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder, sondern alle Organe, die beteiligt sind: Lunge und Herz, Hufe, Verdauung, Stoffwechsel, Gehirn, Sinne und Nervensystem. Neben dem Erlernen der gewünschten Bewegungsmuster ist also das Training dieser Funktionen gleichzeitig sehr wichtig. Die gute Nachricht: dieses Training kann durch geeignete Haltung automatisch erfolgen.

Haltung im Winter

Schauen wir das der Natur ab: in freier Wildbahn sind Pferde kerngesund, gut bemuskelt, mit glänzendem Fell und festen Hufen, die sich dem Untergrund im Nachwachsen anpassen, und das alles mit zumindest zeitweise spärlichem Futterangebot.

Kraftfutterstation

Klar ist: wer immer im Bett liegt, nur eine Stunde am Tag aufsteht, kann Höchstleistungen nicht erbringen. Ein Pferd, das 23 Stunden in der Box steht, wird bei punktueller Belastung schnell überfordert und durch ungenügendes Training der Körperfunktionen schnell verschleißen.

eingebaute Thermosohle

Eiszapfen und Damenbart

Das Zauberwort heißt ‚Aktivhaltung’. Das Pferd kann sich als Steppen-, Flucht- und Herdentier pausenlos auf unterschiedlichem Untergrund bewegen, ununterbrochen kleinste Mengen Futter aufnehmen, dies in der Gruppe und bei jedem Wetter. Das entspricht seinem Naturell und hält es leistungsfähig und zu jeder Zeit fit.

Für diese Haltung braucht es keine Steppe, also keine Riesenfläche. Auch auf einigen Hektar lassen sich die Bedingungen größtenteils nachstellen.

offene Trainingsmöglichkeiten

Wenn die Pferde bei Wind und Wetter draußen sind, im Sommer und im Winter, wird ihr Kreislauf angeregt und es werden, unterstützt durch UV-Licht, jede Menge rote Blutkörperchen gebildet, die für den Sauerstofftransport wichtig sind. Folge davon sind eine gute Grundkondition, belastbare Sehnen, Bänder und Gelenke und Abwehrkräfte. Computergestützt wird durch kleinste Portionen Futter, z.B. 20mal am Tag, das Pferd angeregt, im Schritt sich diese immer abzuholen und es legt dadurch auf festem und weichem, geradem und unebenem Untergrund bis zu 14 Kilometer zurück. Die Hufe werden fest und anpassungsfähig; außerdem wird durch die Schrittbewegung der Kreislauf unterstützt. Pferde haben nämlich als Energiesparer ein relativ kleines Herz, welches durch das Auffußen der Hufe in der Schrittbewegung (= Blutpumpe) unterstützt werden muss, wenn es optimal leistungsfähig sein soll.

gute Freunde fressen zusammen

Pferde können mit Kälte gut umgehen. Zusätzlich zum Winterfell schließt sich das Kapillarsystem in den oberen Hautschichten, sodass nach außen keine Wärme abgegeben wird. Das gilt auch für die Hufe, deren Sohle zum Isolator umfunktioniert werden kann. Starke Kälte kostet Pferde  allerdings Kraft, die über energiereichere Fütterung zugeführt werden kann. Pferde, die bei wechselnden Wetter-Bedingungen trainiert werden, gewinnen auch bei Regenwetter, Kälte und einem Platz mit Pfützen.

Siege auch bei schlechtem Wetter

Wenn sie draußen und in der Gruppe leben, sind sie ausgeglichen. Sie haben Freundschaften und geben sich Sicherheit, und lernen viele Umweltreize als normal und ungefährlich einzustufen, z.B. den Trecker, der vorbeifährt, das Silvesterfeuerwerk, rennende Kinder, Baumaßnahmen und Regenschirme.

All diese  automatischen Vorzüge sind für Turnierreiter von unbezahlbarem Wert. Hinzu kommt – geeignetes Training vorausgesetzt -, dass Ausfälle wegen chronischen Gelenkerkrankungen, Koliken oder Atemwegs-Infektionen so gut wie nicht mehr vorkommen.